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Checker-Ausrüstung: Womit du startest und was dazukommt

CheckerHero-Team · · aktualisiert am · 6 Min. Lesezeit

Titelbild: Schriftzug „Deine Ausrüstung zum Start“ auf dunklem Hintergrund mit CheckerHero-Logo

Du möchtest als Checker:in Gebrauchtwagen prüfen und fragst dich, was du dafür brauchst? Für den Anfang weniger, als du denkst. Hier liest du, womit du startest, was je Paket dazukommt und wie du jedes Werkzeug richtig einsetzt.

Welche Ausrüstung du je Paket brauchst

Die Pakete bauen aufeinander auf, deine Ausrüstung wächst mit.

Paket Das brauchst du Optional
Basis-Check Smartphone (ab 12 MP), LED-Taschenlampe nichts weiter
Technik-Check alles aus Basis, dazu OBD2-Scanner (Bluetooth), Profiltiefenmesser, Reifendruckmesser Endoskop-Kamera, Batterie-Testgerät
Premium-Check alles aus Technik, dazu Lackdickenmessgerät, Multimeter, Video-Kamera Endoskop-Kamera, Batterie-Testgerät, Laptop mit Diagnose-Software

Nach der kostenlosen Registrierung wählst du im Onboarding, welche Pakete du anbietest, und gibst an, welche Geräte du hast. Fehlt dir noch etwas, startest du mit dem kleineren Paket und trägst neue Geräte und Pakete später im Profil nach.

Basis-Check: Smartphone und Taschenlampe richtig nutzen

Smartphone: Dein wichtigstes Werkzeug. Einige Fotos sind im Bericht Pflicht, etwa Fahrgestellnummer, Kilometerstand, alle vier Seiten und das Cockpit. Fotografiere bei Tageslicht, putz vorher die Linse und mach von jedem Mangel ein Übersichtsfoto und eine Nahaufnahme. So sieht die Käufer:in, wo der Schaden sitzt.

LED-Taschenlampe: Damit leuchtest du Motorraum, Radkästen, Innenraum und den Unterboden aus, soweit er ohne Hebebühne einsehbar ist. Achte auf Ölspuren, Rost und stellenweise erneuerten Unterbodenschutz, denn er kann Rost verdecken. Eine Fußmatte als Unterlage macht den Blick unter das Auto leichter.

Technik-Check: Fehlerspeicher auslesen, Reifen messen

OBD2-Scanner: OBD steht für On-Board-Diagnose, das Selbstdiagnose-System des Autos. Du steckst den Scanner in die Diagnosebuchse, die meist im Fahrerfußraum unter dem Armaturenbrett sitzt. Zündung an, Verbindung in der App auf dem Smartphone herstellen, Fehlerspeicher auslesen und das Ergebnis als Screenshot sichern.

  • Das zeigt er: gespeicherte Fehlercodes, vor allem aus Motor und Abgasreinigung. Andere Systeme wie Airbag oder ABS erreicht er oft nicht.
  • Das zeigt er nicht: gelöschte Codes. Die holt kein Scanner zurück. Auch den echten Kilometerstand beweist er nicht.
  • Darauf achtest du: den Bereitschaftsstatus (Readiness). Nach dem Löschen stehen die Selbsttests des Autos auf „nicht bereit“, bis es eine Weile gefahren ist. Das passiert aber auch nach einem Batteriewechsel, ist also ein Hinweis und kein Beweis.

Lösche selbst nie Fehlercodes, sonst veränderst du das Auto, das du prüfen sollst.

Profiltiefenmesser: Das Reifenprofil gehört zu jedem Check, das Messgerät liefert den genauen Wert. Gesetzlich muss das Hauptprofil am ganzen Umfang mindestens 1,6 mm tief sein (§ 36 StVZO). Der ADAC empfiehlt mindestens 3 mm für Sommerreifen und 4 mm für Winter- und Ganzjahresreifen. Miss in den breiten Rillen in der Mitte der Lauffläche, an mehreren Stellen und an allen vier Reifen. Ist ein Reifen innen oder außen deutlich stärker abgefahren, kann die Einstellung der Achsen nicht stimmen.

Reifendruckmesser: Vergleiche den Druck mit den Herstellerwerten. Sie stehen laut ADAC etwa an der B-Säule bei geöffneter Fahrertür, im Tankdeckel oder in der Betriebsanleitung. Miss möglichst, bevor das Auto warmgefahren ist. Hat ein Reifen deutlich weniger Druck als der Reifen gegenüber, kann das auf eine undichte Stelle hindeuten.

Optional: Mit einer Endoskop-Kamera, einer Kamera am biegsamen Kabel, siehst du schwer einsehbare Stellen im Motorraum, ohne etwas abzubauen. Ein Batterie-Testgerät zeigt je nach Modell auch den Innenwiderstand und damit den Zustand der Batterie, nicht nur ihre Ladung.

Premium-Check: Lack messen, Batterie prüfen, filmen

Lackdickenmessgerät: Es misst in Mikrometern (µm, tausendstel Millimeter), wie dick die Schicht auf dem Blech ist: Lack und eventuelle Spachtelmasse zusammen. Gleiche das Gerät vorher auf den mitgelieferten Metallplättchen ab (Kalibrieren). Im Bericht trägst du fünf Zonen ein: Motorhaube, Fahrerseite, Beifahrerseite, Heck und Dach. Miss je Zone mehrere Stellen, auch an Übergängen zwischen Bauteilen.

So liest du die Werte:

  • Vergleichen statt absolut lesen: Werkslack liegt laut Deutscher Kommission für Lack und Karosserieinstandsetzung meist bei etwa 80 bis 130 µm. Er kann je nach Hersteller und Bauteil aber deutlich dicker sein, ohne dass ein Unfall dahintersteckt.
  • Gleiches mit Gleichem vergleichen: linke mit rechter Tür, Kotflügel mit Kotflügel. Liegende Flächen wie Dach und Motorhaube haben oft dickeren Lack als stehende wie Türen.
  • Ausreißer als Hinweis lesen: Liegt ein Bauteil deutlich über seinem Gegenstück, deutet das auf eine Nachlackierung hin. Dahinter kann auch ein fachgerecht beseitigter Kratzer stecken.
  • Grenzen kennen: Das Gerät braucht Metall unter dem Lack, Kunststoffteile wie Stoßfänger misst es nicht. Für Aluminium brauchst du ein Gerät, das auch auf Nichteisenmetall misst.

Multimeter: Damit misst du die Spannung der 12-Volt-Batterie: Gerät auf Gleichspannung stellen, rotes Kabel an Plus, schwarzes an Minus. Eine voll geladene herkömmliche Batterie zeigt laut ADAC etwa 12,7 Volt, eine AGM-Batterie aus Autos mit Start-Stopp-Automatik etwa 12,9 Volt. Aussagekräftig ist dieser Ruhewert erst nach einigen Stunden Standzeit, also vor dem Kaltstart. Bei laufendem Motor sollte die Spannung steigen, laut AUTO BILD im Leerlauf auf etwa 13,4 bis 14,8 Volt. Dann lädt die Lichtmaschine.

Video-Kamera: Im Premium-Check filmst du einen Rundgang ums Auto, den Innenraum und den Kaltstart mit Leerlauf. Ein gutes Smartphone reicht, im Onboarding kannst du es als Videogerät angeben. Film langsam und ruhig, den Innenraum vom Fahrersitz aus. Bitte bei der Terminabsprache darum, den Motor vorher nicht zu starten. Und film das Auto, nicht die Menschen.

Optional: Ein Laptop mit Diagnose-Software erweitert die OBD-Auswertung, oft auch auf Systeme, die ein einfacher Scanner nicht erreicht.

So rüstest du Schritt für Schritt auf

Kauf nicht alles auf einmal. Starte mit dem Basis-Check, lerne Ablauf und Bericht kennen und ergänze dann die Geräte für das nächste Paket. Jedes gleichwertige Gerät genügt, auch eines, das du schon hast oder gebraucht bekommst. Konkrete Geräteempfehlungen sammeln wir auf der Seite Ausrüstung für Fahrzeugchecks. Du musst nichts darüber kaufen.

Das Wichtigste zusammengefasst

Für den Einstieg reichen Smartphone und Taschenlampe, für Technik- und Premium-Check rüstest du gezielt nach. Entscheidend ist nicht das teuerste Gerät, sondern dass du Messwerte richtig liest: den Lack im Vergleich, die Reifen an allen vier Rädern, den Fehlerspeicher mit Blick auf den Bereitschaftsstatus.

Weiterlesen: Checker:in werden: So verdienst du nebenbei mit Autowissen · Basis, Technik oder Premium: Welcher Check passt zu deinem Auto?

Quellen: StVZO § 36 (2024), ADAC (2020, 2025, 2026), Deutsche Kommission für Lack und Karosserieinstandsetzung (2025), AUTO BILD (2021, 2024, 2025, 2026), AUTO ZEITUNG (2025), Texas Department of Public Safety (2020)

Häufige Fragen

Welche Ausrüstung brauche ich als Checker:in für den Anfang?

Für den Basis-Check reichen ein Smartphone mit mindestens 12 Megapixeln und eine LED-Taschenlampe. Mit dem Smartphone dokumentierst du den Zustand des Autos in Fotos, mit der Lampe leuchtest du Motorraum, Radkästen und Unterboden aus. Weitere Geräte brauchst du erst, wenn du auch Technik- oder Premium-Checks anbieten möchtest.

Kann ich für die Video-Dokumentation im Premium-Check mein Smartphone nutzen?

Ja. Im Onboarding kannst du ein Smartphone als Videogerät angeben, eine eigene Kamera ist nicht nötig. Wichtig sind ruhige, langsame Aufnahmen bei gutem Licht. Für das Kaltstart-Video sollte der Motor vor deinem Termin nicht gelaufen sein.

Erkennt ein OBD2-Scanner gelöschte Fehlercodes?

Nein, gelöschte Fehlercodes kann kein Scanner wiederherstellen. Du kannst aber den Bereitschaftsstatus (Readiness) abfragen. Stehen mehrere Selbsttests auf „nicht bereit“, kann das auf ein kürzliches Löschen hindeuten, aber auch auf einen Batteriewechsel. Es ist deshalb ein Hinweis, kein Beweis.

Welche Lackschichtwerte sind normal?

Werkslack liegt laut Deutscher Kommission für Lack und Karosserieinstandsetzung meist bei etwa 80 bis 130 Mikrometern, kann je nach Hersteller und Bauteil aber deutlich dicker sein. Ein einzelner Wert sagt deshalb wenig. Aussagekräftig ist der Vergleich, zum Beispiel linke mit rechter Tür. Liegt ein Bauteil deutlich über seinem Gegenstück, deutet das auf eine Nachlackierung hin, beweist aber keinen Unfall.

Muss ich alle Geräte neu kaufen?

Nein. Jedes gleichwertige Gerät genügt, auch eines, das du schon hast oder gebraucht bekommst. Wichtig ist, dass es zuverlässig misst und du es sicher bedienst. Konkrete Empfehlungen sammelt CheckerHero auf der Seite „Ausrüstung für Fahrzeugchecks“.